Formen des Lupus erythematodes

  

Systemischer Lupus erythematodes (SLE):

Systemisch = den ganzen Körper betreffend.

Es können Entzündungen der Gelenke, von Herz, Lunge, Niere und Hirn entstehen. Mögliche SLE Symptome:Hämatologische Symptome, Gelenksschmerzen, Allgemeinbefinden (Müdigkeit, etc.), Hautveränderungen, Nierenbefunde, Gelenksentzündungen, Raynaud-Syndrom, Beschwerden des Zentralnervensystems, Schleimhautveränderungen, Magen- und
Darmbeschwerden, Rippfellentzündung, Herzbeutelentzündung, ...

> Der Weg zur Diagnose

 

kutaner Lupus erythematodes (Hautlupus):

Beim sogenannten Hautlupus ist nur die Haut betroffen. Jedoch wird nicht ausgeschlossen dass ein Hautlupus auch in einen systemischen Lupus erythematodes übergehen kann oder ein Teil eines SLE darstellt . Es werden verschiedene Formen des Hautlupus unterschieden.  

 

    > Akut kutaner Lupus erythematodes (ACLE)

        ACLE kann in Form eines "Schmetterlingerythems" auftreten.

       Bei dieser Form treten die Hautveränderungen nur für einige

       Tage oder Wochen auf und somit wird ACLE auch oft

       irrtümlicherweise als Sonnenbrand fehlgedeutet.

 

    > Subakut kutaner Lupus erythematodes (SCLE)

       Die Hautveränderungen bei SCLE treten oft symetrisch an

       Hals, Schultern, Brust und Armen auf und es werden 2 Typen

       unterschieden.  

       >Papuloswamöser Typ: scheibenförmige Plaques mit

       randständiger Schuppung

       >Anuläre Typ: gering schuppende, enzündliche Infiltrate von

       bogiger Begrenzung

       Die Abheilung des SCLE erfolgt ohne Narbenbildung, eher mit       

       Depigmentierungen. Die Haarfollikelbeteiligung fehlt weitgehend.

 

    > Diskoider Lupus erythematodes (DLE)

       Der DLE ist die häufigste Manifestation des kutanen Lupus.

       Die Hauptstellen sind Gesicht und Kopfhaut. Meist sind Stirn,

       Wangen, Ohren, Nase und Lippen befallen. Man findet

       unterschiedlich ausgeprägte Hautveränderungen. Eine

       Abheilung erfolgt immer mit Narbenbildung.

 

    > Lupus erythematodes profundus (LEP)

       Seltene Verlaufsform des LE, vor allem bei Frauen im 20. bis 40. LJ.
       Hier sind Unterhaut und Fettgewebe betroffen. Auftreten von bläulichen,

       derben, subkutanen, oft schmerzhaften Knoten mit eingesunkener

       Oberfläche. Heit meist mit Narbenbildung ab.

       Hauptstellen sind Oberschenkel und Arme aber auch Gesicht, Kopfhaut und

       Gesäß können betroffen sein. Bei 55,5% der Patienten mit LE profundus sind

       ANA nachweisbar.

 

     > Chilblain Lupus erythematodes (CHLE)

       Der CHLE tritt besonder in der feuchtkalten Jahreszeit auf

       und manifestiert sich in Form von symetrischen,

       schmerzhaften und rote Schwellungen die auch in

       polsterartige Knoten übergehen können. Betroffen sind meist

       Zehen, Fersen, Fußsohlen aber auch Finger, Ohren und Nase

       können betroffen sein. Der CHLE tritt bevorzugt bei jungen Frauen auf.
       Häufig handelt es sich hierbei um ein Teilsymptom, das sich im Rahmen eines
       SLE, SCLE oder DLE manifestiert.
       Bei 50-60% der ChLE-Patienten treten antinukleäre Antikörper auf.

 

    > Lupus erythematodes tumidus (LET)

       Hautveränderungen meist an sonnenexponierten Stellen,

       wie Gesicht, Rücken, Arme, Decolleté. Es zeigen sich scharf

       begrenzte, rötliche Hautveränderungen mit meist glänzender

       Oberfläche, die ohne Narbenbildung abheilen. Häufig kommt

       es zu einer spontanen Rückbildung. Meist weisen die

       Betroffenen eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber

       Sonnenlicht auf. 

 

Neonatales LE Syndrom:

Im Falle einer mütterlichen Erkrankung ist das Risiko für eine Fehlgeburt bis auf etwa 20 % erhöht. Von den übrigen 80 % entwickelt nur ein geringer Anteil einen neonatalen Lupus erythematodes. Grundsätzlich können die Autoantikörper der Mutter ab der 16. Schwangerschaftswoche über den Mutterkuchen auf das Kind übertragen werden. Hier rufen sie bevorzugt Symptome an der Haut und am Herzen hervor. 

> Schwangerschaft und Lupus
 

medikamenteninduzierter Lupus erythematodes:
Einige Medikamente können lupusähnliche Symptome hervorrufen. Diese Symptome verschwinden normalerweise bei Absetzen des Medikamentes. Folgende Medikamente können lupusähnliche Symptome hervorrufen:

  • Procainamid (Klasse Ia Antarhythmikum)
  • Hydralazin (Vasodilatator)
  • Isoniazid (Antituberkulostatikum)
  • Chlorpromazin (Neuroleptikum, H1-Blocker)
  • D-Penicillamin (Antirheumatische Basistherapie, Sklerodermie, M. Wilson)
  • Practolol
  • Methyldopa (Antihypertonikum)
  • Chinidin (Klasse Ia Antiarhythmikum)
  • Interferon-alpha (Virustatikum)
  • Hydantoin
  • Ethosuximid (Antikonvulsivum)
  • Orale Kontrazeptiva
  • ...und viele weitere

> tut (nicht) gut - welche Medikamente vermieden werden sollten